In den stillen Höhen der Berge lebte einst ein Mann, arm, aber fleißig. Er sammelte Heilkräuter, mit denen er die Menschen im Tal versorgte.
Tagelang wanderte er, den schweren Sack auf den Schultern.
Dann, eines Abends, als er heimwärts wollte, stand da vor ihm – ein Tor. Einfach, und doch wie aus Licht gebaut. Er trat hinein. Und fand sich in einer Höhle wieder, deren Wände schimmerten, deren Decke in goldenem Glanz funkelte wie die Sonne selbst.
Doch der Mann, bescheiden und fromm, schüttelte den Kopf. „Das ist nicht für mich gedacht“, murmelte er, wandte sich um – und kehrte ins Freie zurück.
Daheim schwieg er. Er arbeitete, wie er es immer getan hatte.
Erst viel später erzählte er im Traum seiner Mutter davon, und die Kunde gelangte zu den Menschen im Dorf. Aber die Höhle blieb verschwunden.
Und so sagt man noch heute: Wahre Schätze zeigen sich nur jenen, die nicht nach ihnen suchen.