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Longevity-Blog

Puls und Ruhepuls: Was Ihr Herz über Ihre Gesundheit verrät

Unser Puls begleitet uns durch jeden Moment des Lebens. Er reagiert auf Bewegung, Stress, Ruhe und Erholung und zeigt, wie sich unser Herz an unterschiedliche Anforderungen anpasst. 

Besonders der Ruhepuls kann interessante Hinweise auf unsere körperliche Fitness und die Belastung des Herz-Kreislauf-Systems geben. Doch was verrät unser Puls tatsächlich über unsere Gesundheit – und wann ist ein Wert besonders aussagekräftig?

Vivea Hotels | Longevity Blog - Puls und Ruhepuls © VMA.tv

Der Puls gibt an, wie oft das Herz pro Minute schlägt. Der Ruhepuls wird in körperlicher und geistiger Entspannung gemessen und liefert wichtige Hinweise auf die Leistungsfähigkeit des Herz-Kreislauf-Systems.

Ein dauerhaft erhöhter Ruhepuls erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Ein niedriger Ruhepuls ist bei gut Trainierten häufig, aber nicht grundsätzlich besser und sollte immer im persönlichen Kontext bewertet werden.

Was ist der Puls?

Bei jedem Herzschlag wird Blut mit Druck in die Arterien gepumpt. Diese Druckwelle ist beispielsweise am Handgelenk oder am Hals als Puls tastbar.

Der Puls verändert sich ständig und passt sich den Bedürfnissen des Körpers an. Bei körperlicher Belastung steigt die Herzfrequenz, damit Muskeln und Organe ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden. In Ruhe benötigt der Körper weniger Herzschläge.

Was ist der Ruhepuls?

Der Ruhepuls beschreibt die Herzfrequenz in einem möglichst entspannten Zustand. Ideal ist die Messung morgens nach dem Aufwachen, bevor man aufsteht.

Der Ruhepuls wird unter anderem durch Alter, Fitness, Stress, Schlaf, Medikamente, Erkrankungen, Temperatur und Flüssigkeitshaushalt beeinflusst. Deshalb sollte nicht ein einzelner Wert bewertet werden, sondern möglichst die Entwicklung über längere Zeit.

Warum ist der Ruhepuls interessant?

Ein gut trainiertes Herz kann mit jedem Herzschlag mehr Blut pumpen. Dadurch sind in Ruhe häufig weniger Herzschläge notwendig. Regelmäßiges Ausdauertraining trägt daher zu einem niedrigeren Ruhepuls bei.

Ein dauerhaft erhöhter Ruhepuls kann dagegen ein Hinweis auf eine stärkere Belastung des Herz-Kreislauf-Systems sein. Bewegungsmangel, Stress, Schlafmangel oder Erkrankungen spielen dabei eine Rolle.

Große Beobachtungsstudien zeigen einen Zusammenhang zwischen höherem Ruhepuls und einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Sterblichkeit. Eine Metaanalyse von 87 prospektiven Studien fand bei steigender Ruheherzfrequenz ein erhöhtes Risiko für mehrere kardiovaskuläre Erkrankungen.

Wichtig: Daraus folgt nicht, dass ein höherer Puls allein eine Erkrankung verursacht. Der Ruhepuls ist vielmehr ein Marker, der gemeinsam mit anderen Gesundheitsfaktoren betrachtet werden sollte.

Welche Ruhepulswerte gelten als Orientierung?

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50–60 Schläge/Minute

häufig bei gut trainierten Erwachsenen

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60–70 Schläge/Minute

für viele gesunde Erwachsene günstig

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70–80 Schläge/Minute

häufig im durchschnittlichen Bereich

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über 80 Schläge/Minute

Gesundheits- und Lebensstilfaktoren beachten

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unter 50 Schläge/Minute

bei Ausdauertrainierten häufig normal

-> Es gibt jedoch keinen „perfekten“ Ruhepuls für alle Menschen.

Entscheidend sind die persönliche Ausgangssituation, Beschwerden und die Entwicklung im Zeitverlauf.

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Welche Faktoren beeinflussen den Puls?

Der Puls reagiert empfindlich auf Veränderungen im Alltag. Einfluss haben unter anderem:
• körperliche Aktivität und Trainingszustand
• Schlaf und Stress
• Körpertemperatur und Flüssigkeitshaushalt
• Koffein und Nikotin
• Medikamente
• Fieber und andere Erkrankungen
Kurzfristige Schwankungen sind normal. Aussagekräftiger sind wiederholte Messungen unter vergleichbaren Bedingungen.

Puls und biologisches Alter

Der Ruhepuls kann Hinweise auf die Leistungsfähigkeit des Herz-Kreislauf-Systems geben, ist aber kein direkter Marker des biologischen Alters.

Interessant ist vielmehr die Frage, wie sich der Ruhepuls gemeinsam mit anderen Parametern entwickelt.

Dazu gehören Blutdruck, körperliche Leistungsfähigkeit, Körperzusammensetzung und Stoffwechselwerte.

Was sagt die Forschung?

Der Ruhepuls gehört zu den gut untersuchten kardiovaskulären Markern. Forschungsergebnisse zeigen, dass ein höherer Ruhepuls statistisch mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Gesamtmortalität verbunden ist. Auch Veränderungen des Ruhepulses über die Jahre können prognostisch interessant sein.

Offene Forschungsfragen
Die Forschung untersucht unter anderem, wie sich Ruhepuls, HRV (Herz-Raten-Variabilität, ein Begriff, auf den wir in einer der nächsten Ausgaben eingehen werden), Belastungspuls und Erholungszeit gemeinsam zur Beurteilung der individuellen Gesundheit nutzen lassen. Auch Wearables (z.B. Uhren) ermöglichen eine immer umfangreichere Erfassung der Herzfrequenz im Alltag.

Dabei bleibt die Frage offen, wie stark solche kontinuierlichen Daten die individuelle Prävention tatsächlich verbessern können.

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Wie messe ich meinen Ruhepuls?

Am einfachsten ist die Messung morgens nach dem Aufwachen:

1. Einige Minuten ruhig liegen oder sitzen.

2. Zeige- und Mittelfinger an Handgelenk oder Hals legen.

3. Die Herzschläge 60 Sekunden zählen.

4. Die Messung an mehreren Tagen unter ähnlichen Bedingungen wiederholen.

Wichtiger als ein einzelner Wert ist der persönliche Verlauf über mehrere Wochen.

Vivea-Tipp

Ein gesunder Ruhepuls entsteht nicht über Nacht. 

Regelmäßige Bewegung, ausreichend Schlaf, Stressreduktion und Nichtrauchen unterstützen langfristig die Herz-Kreislauf-Gesundheit.

Beobachten Sie nicht nur Ihren heutigen Wert – achten Sie auf die Entwicklung.

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Der Puls zeigt, wie häufig das Herz pro Minute schlägt.

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Der Ruhepuls wird in Ruhe gemessen und kann Hinweise auf Fitness und Herz-Kreislauf-Gesundheit geben.

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Ein dauerhaft erhöhter Ruhepuls ist mit einem höheren kardiovaskulären Risiko verbunden.

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Bewegung, Schlaf und Stressregulation können den Ruhepuls beeinflussen.

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Nicht der einzelne Pulswert zählt – sondern was er im Zusammenhang mit Ihrer Gesundheit und seiner Entwicklung über die Zeit zeigt.

Für wen gelten besondere Hinweise?

Ein niedriger Ruhepuls ist bei gut trainierten Menschen häufig normal. Bei Schwindel, Ohnmacht, ungewöhnlicher Müdigkeit oder Leistungseinbußen sollte ein auffällig niedriger Puls ärztlich abgeklärt werden.

Auch ein dauerhaft deutlich erhöhter Ruhepuls oder neu auftretendes Herzrasen, Herzstolpern, Brustschmerzen oder Atemnot sollte ärztlich abgeklärt werden.

FAZIT

Der Puls begleitet uns ein Leben lang und reagiert unmittelbar auf Belastung, Erholung und Veränderungen im Körper. Besonders der Ruhepuls bietet einen einfachen Einblick in die Herz-Kreislauf-Regulation.

Ein dauerhaft erhöhter Ruhepuls ist mit einem höheren kardiovaskulären Risiko verbunden, während ein niedriger Ruhepuls oft bei gut trainierten Menschen vorkommt.

Entscheidend ist jedoch nicht eine einzelne Zahl, sondern der persönliche Verlauf im Zusammenspiel mit anderen Gesundheitsparametern.

Ausblick auf Ausgabe 8

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Priv. Doz. DDr. Sonja Kickmaier

Gesundheitsmanagement | Konzeption und Redaktion Longevity

Sonja Kickmaier hat in den USA zur Gesundheit -und Sozialwissenschaftlerin promoviert und war lange Zeit in der Funktion als Managerin klinischer Studien an der onkologischen Abteilung der Med Uni Wien tätig.

Seit 2018 ist sie für den Wissenschaftsbereich der Künig GmbH für die Vivea Hotels zuständig. Innovationen im Bereich Wissenschaft und Forschung sind ihr ein besonderes Anliegen. Sie unterrichtet auch an der Karl Landsteiner Universität in Krems Balneologie und betreut Nachwuchswissenschaftler: innen.

Quelle

European Society of Cardiology (ESC). Guidelines on cardiovascular disease prevention in clinical practice.

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