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Longevity-Blog

Das biologische Alter: Was sagt es wirklich aus?

Zwei Menschen können gleich alt sein und sich körperlich sehr unterschiedlich fühlen. Während die eine Person fit und leistungsfähig ist, kann die andere bereits gesundheitliche Einschränkungen haben.

Das Geburtsdatum erklärt diese Unterschiede nur teilweise. Deshalb beschäftigt sich die moderne Altersforschung mit dem biologischen Alter – der Frage, wie sich die biologischen Funktionen unseres Körpers im Laufe des Lebens verändern.

Doch wie lässt sich biologisches Alter bestimmen? Welche Marker geben Hinweise? Und kann man den Alterungsprozess beeinflussen?

Vivea Hotels | Longevity Blog - das biologische Alter © VMA.tv

Das biologische Alter beschreibt den biologischen und funktionellen Zustand unseres Körpers im Vergleich zum kalendarischen Alter. Es lässt sich nicht durch einen einzigen Wert zuverlässig bestimmen. 

Verschiedene molekulare, körperliche und klinische Marker geben Hinweise auf Alterungsprozesse.

Ein biologisches Alter ist daher keine exakte Zahl, sondern eine Annäherung an den individuellen Gesundheits- und Funktionszustand.

Kalendarisches oder biologisches Alter?
Das kalendarische Alter entspricht der Zeit seit der Geburt. Das biologische Alter beschreibt, wie sich verschiedene biologische Systeme verändert haben.
Menschen altern nicht gleich schnell. Innerhalb eines Körpers verändern sich Organe und Funktionen unterschiedlich. Deshalb sollte das biologische Alter nicht als „wahres Alter“ des Körpers verstanden werden, sondern als Modell zur Beschreibung individueller Unterschiede im Alterungsprozess. Das Ziel von Longevity ist es, die Healthspan ( siehe Ausgabe 2) zu maximieren – also die Anzahl der Lebensjahre, die wir körperlich und geistig gesund sowie selbstständig verbringen.

Welche Marker geben Hinweise?

Molekular Marker

Molekulare Marker (siehe Erklärung Ausgabe 2) können Hinweise darauf geben, wie weit biologische Alterungsprozesse fortgeschritten sind. Dazu gehören beispielsweise Telomerlänge und epigenetische Veränderungen. Während diese Marker wichtige Forschungsansätze darstellen, kann keiner von ihnen allein das biologische Alter zuverlässig bestimmen.

Die intensive Forschung an epigenetische Uhren untersucht bestimmte chemische Veränderungen an der DNA, die im Laufe des Lebens entstehen. Daraus lassen sich statistische Schätzungen des biologischen Alters ableiten.

Blut- und Stoffwechselmarker

Auch Blutwerte aus den Bereichen Stoffwechsel, Blutzuckerregulation, Blutfette, Entzündungsprozesse und Organfunktionen können Hinweise auf biologische Alterungsprozesse liefern.

Ein einzelner Laborwert reicht nicht aus, um das biologische Alter umfassend zu beurteilen. Aussagekräftiger ist die Kombination mehrerer Parameter.

Funktionelle Marker

Muskelkraft, Ausdauer, Beweglichkeit und Gleichgewicht zeigen, wie gut der Körper alltägliche Anforderungen bewältigen kann.

Diese Werte sind besonders relevant, weil sie nicht nur biologische Veränderungen beschreiben, sondern auch zeigen, wie leistungsfähig der Körper tatsächlich ist.

Herz-Kreislauf-Marker

Auch Blutdruck, Ruhepuls und andere Herz-Kreislauf-Parameter liefern wichtige Informationen über den funktionellen Zustand des Körpers.

Diese Werte werden in den folgenden Ausgaben der Vivea-Longevity-Reihe noch genauer betrachtet.

Was sagt die Forschung?

Biologisches Alter ist in komplexes Konzept. Es gibt derzeit keinen einzelnen Test, der alle Aspekte des menschlichen Alterns zuverlässig abbildet.

Die Forschung untersucht Kombinationen verschiedener Marker. 

Wichtig ist: Ein berechnetes biologisches Alter ist eine Schätzung und keine medizinische Diagnose. Unterschiedliche Verfahren können zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Auch kommerzielle „Age Tests“ unterscheiden sich hinsichtlich ihrer wissenschaftlichen Aussagekraft.

Kann man das biologische Alter beeinflussen?

Biologische Prozesse werden durch Lebensstil und Umweltbedingungen beeinflusst. Bewegung, ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf, Nichtrauchen und ein gesundes Körpergewicht können Risikofaktoren reduzieren und die körperliche Leistungsfähigkeit unterstützen.

Vivea Hotels | Longevity Blog - Forschung © VMA.tv

Eine einzelne Maßnahme kann das biologische Alter nicht um eine bestimmte Anzahl von Jahren „zurückdrehen“. Entscheidend ist, wie lange wichtige Körperfunktionen erhalten bleiben.

Vivea-Tipp

Betrachten Sie Ihr biologisches Alter nicht als Wettbewerb.

Fragen Sie sich: Wie gut kann ich meinen Körper heute nutzen – und was kann ich tun, damit das möglichst lange so bleibt?

Regelmäßige Bewegung, Krafttraining, ausgewogene Ernährung und guter Schlaf gehören zu den wichtigsten Grundlagen für gesundes Altern. Gesundheitswerte können dabei helfen, Entwicklungen über längere Zeit sichtbar zu machen.

Vivea Wissen in 30 Sekunden

Vivea Hotels | Icon FAQ © AdobeStock-562025244 | Whyy

Das biologische Alter beschreibt verschiedene Aspekte des körperlichen Zustands.

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Es gibt keinen einzelnen Marker, der das biologische Alter vollständig abbildet.

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Telomere, epigenetische Marker, Blutwerte und körperliche Leistungsfähigkeit liefern unterschiedliche Hinweise.

Nicht die Zahl auf dem Papier entscheidet über gesundes Altern, sondern wie lange wir Gesundheit und Leistungsfähigkeit erhalten.

Für wen gelten besondere Hinweise?

Biologische Alterswerte sollten immer im Zusammenhang mit der individuellen Gesundheit betrachtet werden. Vorerkrankungen, Medikamente und körperliche Voraussetzungen beeinflussen Messergebnisse. Ein biologischer Alterstest ersetzt keine ärztliche Untersuchung.

FAZIT

Das biologische Alter zeigt, dass Menschen unterschiedlich altern. Telomere, epigenetische Marker, Blutwerte und körperliche Leistungsparameter betrachten dabei unterschiedliche Aspekte. Eine einzelne Zahl kann deshalb niemals die gesamte Gesundheit eines Menschen abbilden.

Die entscheidende Frage lautet nicht nur: „Wie alt bin ich biologisch?“ Sondern: „Was kann ich tun, damit mein Körper möglichst lange gesund und leistungsfähig bleibt?“ Es geht darum, möglichst viele Lebensjahre gesund, aktiv und selbstständig zu verbringen.

Ausblick auf Ausgabe 4

Die sieben Säulen der Gesundheit – Das Vivea-Longevity-Modell

Gesundheit entsteht nicht durch einen einzelnen Faktor. In der nächsten Ausgabe stellen wir die sieben Vivea-Säulen vor und zeigen, wie Herz-Kreislauf, Bewegung, Ernährung, Schlaf, Regeneration, mentale und soziale Gesundheit gemeinsam die Grundlage für gesundes Altern bilden.

Vivea Hotels - Portrait Dr. Sonja Kickmaier © Sonja Kickmaier

Priv. Doz. DDr. Sonja Kickmaier

Gesundheitsmanagement | Konzeption und Redaktion Longevity

Sonja Kickmaier hat in den USA zur Gesundheit -und Sozialwissenschaftlerin promoviert und war lange Zeit in der Funktion als Managerin klinischer Studien an der onkologischen Abteilung der Med Uni Wien tätig.

Seit 2018 ist sie für den Wissenschaftsbereich der Künig GmbH für die Vivea Hotels zuständig. Innovationen im Bereich Wissenschaft und Forschung sind ihr ein besonderes Anliegen. Sie unterrichtet auch an der Karl Landsteiner Universität in Krems Balneologie und betreut Nachwuchswissenschaftler: innen.

Quellen

Bafei, S. E. C. & Shen, C. (2023): Biomarkers selection and mathematical modeling in biological age estimation. npj Aging, 9, 13.

Lohman, T., Bains, G., Berk, L. & Lohman, E. (2021): Predictors of Biological Age: The Implications for Wellness and Aging Research. Gerontology and Geriatric Medicine, 7.

Jylhävä, J., Pedersen, N. L., & Hägg, S. (2017). Biological Age Predictors. EBioMedicine, 21, 29–36.
DOI: 10.1016/j.ebiom.2017.03.046

 

Hinweis: Dieser Blog dient der allgemeinen Gesundheitsinformation und ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.

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