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Longevity-Blog

Blutdruck verstehen und richtig messen

Blutdruck gehört zu den wichtigsten messbaren Gesundheitswerten. Trotzdem wissen viele Menschen nicht genau, was die beiden Zahlen bedeuten, warum der Blutdruck schwankt oder wie eine Messung richtig durchgeführt wird.

Ein dauerhaft erhöhter Blutdruck belastet Herz und Gefäße und erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Gleichzeitig bedeutet ein einzelner erhöhter Wert nicht automatisch, dass ein Bluthochdruck vorliegt.

Blutdruck richtig zu verstehen und korrekt zu messen, ist deshalb ein wichtiger Schritt, die eigene Herz-Kreislauf-Gesundheit im Blick zu behalten.

Vivea Hotels | Longevity Blog - Blutdruck © VMA.tv

Der Blutdruck beschreibt den Druck, mit dem das Blut gegen die Wände der Arterien wirkt. Angegeben wird er in Millimeter Quecksilbersäule (mm/HG) und besteht aus zwei Werten: dem systolischen und dem diastolischen Blutdruck. Der systolische Wert entsteht während der Anspannungs- und Auswurfphase des Herzens, der diastolische während seiner Entspannungsphase.

Für die Beurteilung zählt nicht nur ein einzelner Messwert, sondern das Muster mehrerer korrekt durchgeführter Messungen.

Was bedeuten die beiden Zahlen?

systolischer Blutdruck

Die erste, höhere Zahl ist der systolische Blutdruck. Er beschreibt den höchsten Druck in den Arterien während der Kontraktion des Herzens.

diastolischer Blutdruck

Die zweite Zahl ist der diastolische Blutdruck. Er beschreibt den Druck während der Entspannungsphase.

Warum schwankt der Blutdruck?

Blutdruck ist kein starrer Wert. Er verändert sich im Laufe des Tages und reagiert auf unterschiedliche Situationen.

Körperliche Aktivität, Aufregung, Stress, Schmerzen, Koffein oder Nikotin können den Blutdruck vorübergehend beeinflussen. Auch Körperposition und Umgebung spielen eine Rolle. Während des Schlafs sinkt der Blutdruck bei vielen Menschen ab. Bei körperlicher Belastung steigt er dagegen an, weil der Körper mehr Sauerstoff und Nährstoffe braucht.

Deshalb sollte eine Blutdruckmessung möglichst unter ruhigen und vergleichbaren Bedingungen erfolgen.

 

Wann ist der Blutdruck erhöht?

Die Einordnung von Blutdruckwerten hängt davon ab, wo und unter welchen Bedingungen gemessen wurde. Für die Diagnose eines Bluthochdrucks sind wiederholte Messungen und eine ärztliche Beurteilung erforderlich.
Ein einzelner erhöhter Wert ist deshalb ein Hinweis und keine Diagnose.

Problematisch ist ein dauerhaft erhöhter Blutdruck. Bleibt der Druck über längere Zeit erhöht, werden Herz und Gefäße stärker belastet. Andere Organe sind langfristig betroffen.

Bluthochdruck verursacht häufig keine eindeutigen Beschwerden und bleibt deshalb meist lange unbemerkt.

Was sagt die Forschung?

Die Blutdruckforschung beschäftigt sich heute nicht nur mit der Frage, wie hoch ein Blutdruck ist, sondern auch damit, wie sich Blutdruck über den Tagesverlauf verändert und welche Werte langfristig mit einem erhöhten Gesundheitsrisiko verbunden sind.

→ Welche Blutdruckwerte sind für verschiedene Altersgruppen und individuelle Risikoprofile optimal?

→ Welche Bedeutung haben Blutdruckschwankungen im Tages- und Nachtverlauf?

→ Wie aussagekräftig sind Einzelmessungen im Vergleich zu Langzeitmessungen?

→ Wie stark lässt sich das Risiko durch Lebensstilveränderungen beeinflussen?

Vivea Hotels | Longevity Blog - Blutdruck © VMA.tv

Was gilt als gesichert?

Ein dauerhaft erhöhter Blutdruck ist ein Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Regelmäßige Bewegung, eine ausgewogene Ernährung, ein gesundes Körpergewicht und Nichtrauchen tragen dazu bei, das Risiko zu reduzieren.

Schritt für Schritt richtig messen

1. Ruhe bewahren

Vor der Messung einige Minuten ruhig sitzen.
 

2. Richtige Sitzposition

Rücken anlehnen, Füße auf den Boden stellen und die Beine nicht überschlagen.

3. Arm richtig positionieren

Der Arm liegt entspannt auf einer Unterlage, sodass sich die Manschette etwa auf Herzhöhe befindet.

4. Manschette korrekt anlegen

Sie sollte passend am Oberarm sitzen und nicht über der Kleidung getragen werden.

5. ruhig bleiben

Während der Messung nicht sprechen und den Arm nicht bewegen.

6. Messung wiederholen

Mehrere Messungen können helfen, zufällige Schwankungen besser einzuordnen.

 

Was sagt ein einzelner Wert aus?

Ein einzelner Blutdruckwert ist immer nur eine Momentaufnahme. Wer seinen Blutdruck regelmäßig kontrolliert, soll die Werte über einen bestimmten Zeitraum dokumentieren. Dadurch lassen sich Veränderungen und wiederkehrende Muster besser erkennen.

Bei wiederholt erhöhten Werten sollte eine ärztliche Beurteilung erfolgen.

Für manche Menschen kann eine 24-Stunden-Blutdruckmessung sinnvoll sein. Dabei wird der Blutdruck über den gesamten Tages- und Nachtverlauf mehrfach automatisch gemessen.
 

Blutdruck und Longevity

Im Zusammenhang mit Longevity ist der Blutdruck besonders interessant, weil er ein wichtiger beeinflussbarer Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist.

Regelmäßige Bewegung, ausgewogene Ernährung, ein gesundes Körpergewicht, Nichtrauchen und ein bewusster Umgang mit Stress beeinflussen den Blutdruck günstig. Auch ausreichend Schlaf gehört zu einem gesundheitsfördernden Lebensstil.

Es nicht darum, einen möglichst niedrigen Blutdruck zu erreichen. Entscheidend ist ein für die individuelle Situation geeigneter Bereich.

Vivea-Tipp

Messen Sie nicht nur dann, wenn Sie sich schlecht fühlen.

Wenn Sie Ihren Blutdruck regelmäßig kontrollieren möchten, messen Sie möglichst unter ähnlichen Bedingungen und notieren Sie die Werte.

So entsteht über die Zeit ein aussagekräftigeres Bild als durch eine einzelne Messung.

Vivea Wissen in 30 Sekunden

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Der Blutdruck wird als systolischer und diastolischer Wert angegeben.

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Blutdruck schwankt im Tagesverlauf und kann durch verschiedene Faktoren beeinflusst werden.

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Ein einzelner erhöhter Wert bedeutet nicht automatisch Bluthochdruck.

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Für eine verlässliche Beurteilung sind wiederholte, korrekt durchgeführte Messungen wichtig.

Nicht eine einzelne Zahl entscheidet – entscheidend ist, wie sich der Blutdruck über längere Zeit entwickelt.

Für wen gelten besondere Hinweise?

Menschen mit bekannten Herz-Kreislauf- oder Nierenerkrankungen, Diabetes oder einer bestehenden Blutdrucktherapie sollten ihre persönlichen Zielwerte mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt besprechen.

Bei sehr hohen Blutdruckwerten oder Beschwerden wie starken Brustschmerzen, Atemnot, neurologischen Ausfällen oder Bewusstseinsstörungen ist eine rasche medizinische Abklärung erforderlich.

FAZIT

Blutdruck ist mehr als eine Zahl auf dem Messgerät. Er zeigt, welchem Druck das Blut auf die Gefäßwände wirkt, und liefert wichtige Informationen über das Herz-Kreislauf-System. Dabei zählt nicht der einzelne Messwert, sondern das Gesamtbild aus wiederholten, korrekt durchgeführten Messungen und der persönlichen gesundheitlichen Situation.

Wer seinen Blutdruck versteht und richtig misst, kann Veränderungen frühzeitig erkennen und mit dem Arzt geeignete Maßnahmen besprechen.

Ausblick auf Ausgabe 7

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In der nächsten Ausgabe erfahren Sie, was Puls und Ruhepuls aussagen, welche Werte als günstig gelten und wie Sie Ihren Puls richtig messen und für Ihre Gesundheitsvorsorge nutzen können.

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Priv. Doz. DDr. Sonja Kickmaier

Gesundheitsmanagement | Konzeption und Redaktion Longevity

Sonja Kickmaier hat in den USA zur Gesundheit -und Sozialwissenschaftlerin promoviert und war lange Zeit in der Funktion als Managerin klinischer Studien an der onkologischen Abteilung der Med Uni Wien tätig.

Seit 2018 ist sie für den Wissenschaftsbereich der Künig GmbH für die Vivea Hotels zuständig. Innovationen im Bereich Wissenschaft und Forschung sind ihr ein besonderes Anliegen. Sie unterrichtet auch an der Karl Landsteiner Universität in Krems Balneologie und betreut Nachwuchswissenschaftler: innen.

Sie haben noch Fragen?

Sie möchten mehr über das Thema Blutdruck erfahren oder haben Fragen zu Ihrer Herzgesundheit? 

Wir sind gerne für Sie da und freuen uns auf Ihre Nachricht.

Quelle

European Society of Cardiology (ESC) / European Society of Hypertension (ESH). 2024 Guidelines for the management of arterial hypertension.

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